Tumor

07.10.2018

Klappentext:

Das Institut. Leuchtfeuer der Menschheit. Ein gewaltiger Forschungskomplex am Ende der Welt. Hier sollte unsere Spezies die Grenzen ihres Daseins überwinden. Hier sollten wir neue Menschen werden. Doch es kam alles anders. Nun steht das Institut für dutzende unterirdische Ebenen voller Giftgas, unerklärlicher Anomalien und missgestalteter Kreaturen. Es ist die Keimzelle unseres Untergangs. Niemand weiß, was geschehen ist. Und doch bin ich hier. Ich riskiere mein Leben für meine Frau, die hier verschollen ist. Mein Name ist Maske. Und mein Weg führt nach unten.

 

 

Ich muss zugeben, dass ich das Lesen des über 600 Seiten dicken Schmökers hinaus gezögert habe. Der Klappentext klang interessant, aber nicht so, dass ich es hätte unbedingt lesen müssen. Auch als ich dann endlich angefangen habe, musste ich nach ein paar Seiten schon wieder eine Pause einlegen.

Anfangs kam die Geschichte recht trocken rüber und konnte mich nicht wirklich einfangen. Woran es im Enddefekt wirklich gelegen hat, kann ich gar nicht genau sagen. Dominiks Schreibstil war zu mindestens nicht schuld daran.

Er hat einen wirklich flüssigen und lebendigen Schreibstil. Zum Teil wirklich eine derbe Wortwahl, aber das Buch ist auch nichts für Kinder. Mir gefiel es sogar, da es so eher echt wirkte. Es wurde geflucht und beleidigt, was das Zeug hält. Bei deren Situation aber alles andere als verwunderlich und auch verständlich. Würde ich genauso machen.

Das Einzige was mich auf Dauer gestört hat, waren die Beschreibungen bei hektischen Szenen. Da kam es schon mal vor, dass eine ganze Szene aus kurzen abgehackten Sätzen bestand. Quasi geschrieben wie ein Maschinengewehr: tack, tack, tack... Man kann das zwischenzeitlich mal machen, aber dann nur kurz und nicht die gesamte Szene so beschreiben. Dann wird es anstrengend und die Spannung wirkt auch nicht mehr so intensiv.

Es hat einige Szenen gedauert bis ich wirklich richtig in die Geschichte von Maske und dem Institut eintauchen konnte. Aber dafür konnte ich ab diesem Zeitpunkt alles genießen und hatte Spaß beim Lesen.

Maske ist auf der Suche nach seiner Frau, die nach der großen Katastrophe im Institut verschollen ist. Mit der Hoffnung sie lebend aus den Fängen der misslungen Forschungen und den tiefen des grausamen Instituts zu retten, begibt er sich in unaussprechlicher Gefahr.

Die Forschungseinrichtung erstreckt sich kilometerweit unter der Erde und birgt schreckliche Wesen und fürchterliche Anomalien. Niemand weiß, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt.

"Tumor" behandelt das umstrittene Thema Gen-Forschung und die Manipulation der Gene. Denn sämtliche Wesen stammen aus Gen-Experimenten mit freiwilligen und unfreiwilligen Probanden. Sowohl Mensch als auch Tier. Es wurden neue Lebensformen erschaffen. Die Menschheit hat versucht Gott zu spielen und somit Dinge erschaffen, die nie eine Daseins-Berechtigung hatten. Dieses Buch zeigt, was passieren kann, wenn "Gott spielen" nach hinten los geht.

Die erste Hälfte des Buches konnte ich mir noch lebhaft vorstellen. Forschungsobjekte wandeln durch die Korridore und töten alles, aber als die griechische Mythologie mit ins Spiel kam, war ich leider wieder raus. Da war vom "Gott spielen" keine Rede mehr, denn plötzlich ging es um manifestierte Götter. Götter, die in einen Körper gesteckt wurden. Dass es so krass in die Fantasy-Schiene rutscht, hat mich etwas enttäuscht.

Das ganze Buch über wurde über eine Katastrophe im Institut gesprochen, doch was wirklich passiert ist, wurde nicht beschrieben. Ich kann mir zwar denken, dass es was mit diesem Götter-Ding zu tun hat, aber sicher bin ich mir nicht. Oder ich habe es nicht an solches erkannt.

"Tumor" ist sehr blutig geschrieben und hat ein Ende mit dem man rechnen könnte oder auch nicht. Das heiß, für den einen kommt es überraschend, für den anderen wie erwartet. Es ist nicht unbedingt etwas Besonderes. Für mich fehlte es hier ein wenig an emotionaler Tiefe.

Ich persönlich bin bei dem dicken Schinken etwas zwiegespalten. Manche Sachen, wie die Götter, waren mir etwas too much, andere wiederum zu wenig.

Darunter fällt auch Maske. Zu einem schottet er sich und seine Gefühle vollkommen ab und dann wiederum liebt er alle Menschen um sich herum. Alle seine Kameraden erzählen ihm ihre Geschichte, doch seine Beweggründe erfährt von ihnen niemand. Trotzdem findet er in seiner Situation nicht nur eine Freundin, sondern auch eine gefühlte Tochter. Das passt irgendwie nicht ganz zusammen. Maske ist eher rational und eine Kämpfernatur. Nicht geeignet für einen Gefühlsausbruch.

Das Buch hat mich jetzt nicht gerade vom Hocker gerissen oder in absoluter Euphorie gesetzt, aber schlecht war es auf keinen Fall. Man muss Geschichten solcher Art wirklich mögen um das Buch zu genießen. Wer also auf Katastrophen mit bösartigen Kreaturen und Neuschöpfung von Mensch und Maschinen steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Ich selber bin froh es gelesen zu haben, werde es allerdings kein weiteres Mal lesen.

 

Wagt euch an die 600 Seiten heran und bildet euch eure eigene Meinung dazu. Für mich reicht es nur auf 2,5 von 5 Sternen!

 

Quellen:

Titelbild + Klappentext: https://www.amazon.de/

 

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