What If

»Aber Happy-Ends sind nur Geschichten, die noch nicht beendet sind, richtig?«
Pangea, 2121: Der Alltag der Menschheit wird von den Soulchips bestimmt. Diese sorgen dafür, dass jedes Individuum sein genetisch perfekt passendes Gegenstück trifft. Virginie Duchannes ist dabei nur eine unter Millionen, die ihren Seelenpartner bereits getroffen hat. Seit zwei Jahren lebt die 20-Jährige mit ihrem Freund Ilay in einer glücklichen Beziehung und kann sich ein Leben ohne ihn längst nicht mehr vorstellen. Als sie dann jedoch zufällig dem unscheinbaren Joah begegnet, dem Jungen mit den vielen Wunden, wird plötzlich ihr komplettes Leben auf den Kopf gestellt und ein schicksalhaftes Spiel um Leben und Tod beginnt.

 

 

Seit langem war ich mal wieder ein Teil einer Leserunde bei Lovelybooks.de. Dank der Autorin wurde ich unter allen Bewerbungen ausgelost und habe Ihr neustes New Adult-Buch mit dystopischen Setting erhalten. Da es sich hier um zwei meiner liebsten Genre handelt, blieb mir ja schon fast nichts mehr übrig als diese Geschichte zu lesen.

Das Buch ist erst kürzlich Anfang des Monats als eBook erschienen und wird auch noch als Taschenbuch erhältlich sein. Da es sich hier im einen abgeschlossenen Einzelband handelt, war ich zunächst etwas verwundert, dass das Buch tatsächlich nur 216 Seiten aufweist. Ich habe schon lange kein Buch mehr gesehen, dass in so wenigen Seiten eine ganze Geschichte erzählt hat. Also war ich auch entsprechend gespannt, was sich die Autorin in ihrem dystopischen New Adult so ausgedacht hat.

Wie bei einem typischen Dystopie-Setting fand die Geschichte auf einer zerstörten und wiederaufgebauten Welt statt, bei dem ein neues meist technischen System eingeführt wird. In diesem Fall handelt es sich „Soulchips.“ Soulchips werden bei der Geburt eines Kindes in den Körper gepflanzt und sollen dafür sorgen, dass jemand durch eine Berührung seinen Seelenpartner findet. Sollte das nicht bereits bis zum 21. Lebensjahr passieren, gibt es natürlich entsprechend harte Konsequenzen. Aber wichtig ist dabei, dass jeder Mensch nur EINEN einzigen Seelenpartner hat.

Das Setting des Buches finde ich wirklich gut gelungen. Die Welt wurde anfangs sehr gut beschrieben, so dass man das Geschehen direkt vor Augen hatte. Auch den Sinn des Soulchips ist verständlich beschrieben worden. Durch den Sinn des Leben seinen Seelenpartner zu finden, ist von vornherein eine schöne Romantik eingebaut worden und man freut sich schon auf den für Dystopien typischen Systemfehler.

Doch trotz des dystopischen Hintergrundes bin ich einfach nicht vom Buch überzeugt worden. Es hat mich einfach nicht gepackt. Durch die schöne Beschreibung der Geschichte hatte ich eine recht hohe Erwartung an dieses Buch, aber leider wurde ich während des Lesens diesbezüglich enttäuscht. Die Autorin hat sich entschieden aus der Erzählperspektive also die 3. Person zuschreiben. In den meisten Fällen gibt es dann eine Hauptperson in der Erzählung und nur Nebencharaktere. Bei „What If“ wurde aber in einer Passage mehrere Charaktere und ihre Gefühle beschrieben. Das war anfänglich etwas ungewohnt, aber nicht dramatisch. Nur gelegentlich kam ich etwas durcheinander wer nur wie gerade reagiert. Aber das war kein Beinbruch. Mich störte viel mehr, dass durch die Schreibweise der Autorin die Dramatik , die Gefühle, nicht richtig an den Leser übermittelt werden konnte. Es waren teilweise Reaktionen der Charaktere, die ich einfach nicht nachvollziehen konnte, einfach weil sie komplett unerwartet schnell auftraten und auch stumpf beschrieben wurden.

Generell sind die einzelnen Situationen so schnell vorüber gewesen, dass man sie gar nicht richtig genießen konnte. Man hätte hier viel mehr ausbauen und beschreiben können, damit der Leser auch wirklich abgeholt werden kann. Wer keine großen Umschreibungen mag und lieber direkt auf den Punkt gebracht werden möchte, kommt hier eher auf seine Kosten als ich.

Der Grundgedanke des Buches hat mich wirklich begeistert. Es hätte eine Geschichte sein können, die mich vollkommen einnimmt. Aber leider wurde hier das Potenzial nicht gänzlich ausgeschöpft. Das ist wirklich schade. Ich hab mich durch das tolle bunte Cover und den wirklich aufregenden Klappentext verführen lassen. Aber ich habe nicht das erfahren können, was ich mir erhofft habe.

 

Trotz allem ist dieses Buch nicht schlecht. Es hat nur nicht meinen Nerv getroffen. Das bedeutet aber nicht, dass andere von der Geschichte nicht komplett gefesselt werden könnten. Bei mir hat es jedoch nur für 3 von 5 Sternen gereicht!

 

 

What if

Format: eBook / später auch als Taschenbuch

Seiten: 216, Einzelband

Verlag: Talawah Verlag

Autorin Melina Coniglio

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