EVA: Herrschaft (Bd. 1)

18.03.2020

Eine Insel.
Eine Regierung.
Eine Herrschaft.

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»Es war besser, als ich von alledem nichts wusste. Leichter.
Jetzt warte und bange ich.«

Vor 200 Jahren hat die Insel Selvia sich vom Festland abgeschottet. Eine gewaltige Mauer wurde gebaut, um die Bevölkerung vor den massiven Unruhen auf dem Festland zu schützen. Technisch und medizinisch hochentwickelt, ähnelt ihr gesellschaftliches System noch immer dem von vor 200 Jahren.
Die Regierung unter Präsident Adam hält unangefochten an dem Herrschaftsrecht der Männer fest.
»Nur wenn die natürliche Geschlechterordnung beibehalten wird, kann Frieden und Wohlstand herrschen.«(Präsident Adam in seiner Rede zum 200-Jährigen Jubiläum der Mauer).

Eva, Tochter eines Kaufmannes, steht kurz vor einem bedeutenden Ereignis in ihrem 16-jährigen Leben: der Heiratsmarkt.
Der Preis, den sie erzielt, bestimmt ihren Wert und ihre Zukunft. Eine Rebellion stellt diesen Wert in Frage und ihr Leben auf den Kopf. Was ist noch wahr in einer Welt, in der nichts so scheint, wie sie es jahrelang geglaubt hat.

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Ein Mädchen, gefangen in den Unruhen, einer sich verändernden Welt.
Ein Mädchen, das keine Heldin sein will.
Ein Mädchen, die lediglich den Wunsch nach einem Leben als Ehefrau und Mutter hat.

Ein Wunsch, der nicht in Erfüllung geht.
Ein Kampf, in dem sie nicht hineingezogen werden will.
Ein Zukunft, die so ungewiss ist wie das Ende der Rebellion.

Sie muss ihren eigenen Kampf ausfechten.
Sie muss ihre eigene Dunkelheit besiegen.
Sie muss ihren eigenen Willen entwickeln.
@schriebsal
.
Eine Geschichte, erzählt von einem Mädchen, das keine Heldin ist.

 

 

EVA ist eine Dystopie mit alten Ansichten über die Geschlechterrollen. Genau wie früher sind Frauen in dieser Geschichte nichts wert. Einfach nur ein gezwungenes Übel, das man ertragen muss, um weitere männliche Erben zu zeugen. Aber hier wird es natürlich noch einiges überspitzter beschrieben. Frauen haben eigentlich so gut wie keine Rechte. Sie werden als dumm und zurückgeblieben betitelt und sie sind nur gut genug um sie auf einen Markt an ältere Männer zu verschachern.

Als mir die Autorin Franziska Szmania anbot, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren, war ich natürlich sofort dabei. Immerhin handelt es sich hierbei um eine Dystopie! Außerdem hat mich diese veraltete Ansicht ebenfalls ganz schön angestachelt. Es hat ein bisschen gedauert bis ich es durchgelesen habe, aber jetzt ist es endlich geschafft.

Zu Beginn des Buches hatte ich einige Anlaufschwierigkeiten. Für meinen Geschmack ist der Schreibstil etwas ruppig. Nicht richtig flüssig formuliert. Manchmal kam es mir vor wie bei einem Maschinengewehr. Tack. Tack. Tack. Häufige kurze Sätze und kein flüssiger Übergang zwischen diesen. Deswegen fiel es mir anfangs etwas schwer in die Geschichte zu finden. Mir fehlte diese natürliche Erzählung.

Doch nach den ersten Kapiteln habe ich mich damit abgefunden und konnte mich besser Evas Geschichte einlassen. Die Zeit brauchte ich allerdings auch, da nicht wirklich so viel passiert ist und ich immer auf den Moment gewartet habe, wann der Shutdown los geht. Als sich die Situation dann immer weiter zuspitzte, kam ich zu dem Punkt, bei dem ich voll im Buch versunken war und nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Es wurde richtig spannend und fesselnd. Man konnte kaum noch das Buch zur Seite legen, weil man einfach wissen musste, was weiterhin passiert. Aber trotzdem gab es dann wieder zwischendurch Momente, wo ich darauf gewartet habe, dass es voran geht. Immer wieder waren kurze Spannungslücken dazwischen. Ich hatte Erwartungen in dieses Buch gesteckt, die immer wieder auf sich warten ließen.

Die Mitte war wirklich gut gelungen und mega spannend, aber zum Ende hin, wo es eigentlich nochmal richtig interessant werden sollte, ist die Spannungskurve wieder ganz schön gesunken. Mir fehlte der typische Sinneswandel der Protagonistin. Der entscheidende Faktor/Moment etc. bei dem Eva sich entscheidet zur Rebellion zugehören und ein Teil davon zu werden. Etwas zu tun und selber an die Front zu marschieren um das eigene Leid zu rechen. Selbst die Liebesgeschichte, auf die ich das ganze Buch über gehofft habe, war kurz und schmerzlos und hörte auf als es richtig los ging.

EVA spaltet meine Meinung in zwei Teile. Einerseits fand ich die Geschichte ganz gut und die Idee wirklich gelungen, aber das Potential ist nicht wirklich ausgeschöpft worden. Die Autorin hätte noch inhaltlich einiges dramatisieren können. Aber wenn man bedenkt, dass es ihr erstes Buchbaby ist, kann man da ein Auge zu drücken. Für ihr Debütroman ist es schon recht gut gelungen.

 

Da ich das Buch nicht verschmähen möchte und auch froh bin, es gelesen zu haben, vergebe ich 3 von 5 Sternen!

 

EVA: Herrschaft (Selvia-Reihe, Band 1)

von Franziska Szmania

 

Formate: eBook, Taschenbuch, Hardcover / 472 Seiten

Genre: Dystopie

 

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18.03.2020

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