Deceptive City - Aussortiert

Umgeben von schützenden Mauern lebt Thya ein behütetes Leben in reinster Perfektion. Eltern können sich ihre Kinder designen lassen, wie eine neue Frisur und niemand leidet unter einer Krankheit. Die 16-jährige hat sich nie Gedanken darum gemacht, was sich hinter diesen Mauern verbirgt und es Menschen gibt, die hart arbeiten und ums Überleben kämpfen müssen.

Denn so ergeht es Mitchell, als seine Mutter in den Außenbezirken krank wird und es keine Medikamente gibt. Auf der Suche nach einer Heilung, begibt er sich in das Stadtinnere. Dass Mitch dabei sein und Thyas Schicksal unwiderruflich verknüpft, wird noch alles aus den Fugen reißen.

 

 

Endlich ist mein langersehntes und signiertes Exemplar von "Deceptive City - Aussortiert" ins Haus geflattert. Da blieb mir nichts anderes übrig, als es mit Haut und Haaren oder eher Papier und Bindung zu verschlingen.

Die Geschichte rund um Thya und Mitchell ist mal wieder eine beängstigende dystopische Zukunft. In der Stadt gibt es normale Geburten, wie man es kennt, nicht mehr. Eltern können sich mit Hilfe eines Katalogs ein Kind nach eigenen Vorstellungen basteln. Dieses wird dann in einer kleinen Schale produziert und wächst in einer Blase heran. Was bitte gibt es gruseligeres als so eine Vorstellung?

Die Gen-Forschung wird dazu genutzt perfekte Menschen herzustellen und wenn sie nicht wie versprochen sind, tritt die Garantie in Kraft und das Kind wird aussortiert. Kurz getötet. Menschen werden nicht wie fühlende Wesen behandelt, sondern wie ein Massenprodukt. Was nichts geworden ist, wird einfach umgetauscht. Warum nicht? Ein Fingerschnips und zack weicht dem Produkt, das Leben aus dem Körper.

Dass ein Produkt auch mal fehlschlagen kann, muss Thya am eigenen Leib erfahren. Doch was ihr fehlt und wie man es heilen kann, will ihr niemand verraten. Nicht mal ihre eigenen Eltern wollen ihr eine Antwort geben. Als sie nachts völlig allein im Krankenzimmer liegt, taucht plötzlich ein Junge auf. Wer ist er und was will er von ihr? Wieso benimmt er sich so komisch?

Außerhalb der Mauern zu leben, heißt arm zu sein und jeden Tag hart zu arbeiten. Auch der 20-jährige Mitchell muss seine Tage in einer Fabrik fristen und bekommt dafür nur einen Hungerlohn, der geradeso für sich und seine Mutter reicht. Als diese dann auch noch immer stärker hustet und kurz vor einer Lungenentzündung steht, ist er gezwungen etwas zu tun. Antibiotika sind extrem selten und so bleibt ihm nur den Weg hinter die Mauern. Wird er es schaffen und seine Mutter retten? Wer ist dieses Mädchen, das in diesem Zimmer eingesperrt ist?

Deceptive City ist hauptsächlich aus der Sicht von Thya und Mitchelle geschrieben - zum Glück aus der ich-Perspektive. Normalerweise bin ich immer ein wenig mehr für die Protagonistin, aber in diesem Fall bin ich ein riesen Fan von Mitchell. Ihn lese ich ein bisschen lieber als Thya. Kann aber auch daran liegen, dass bei Mitch in Band 1 etwas mehr los ist. Durch ihn ist der Stein überhaupt ins Rollen gekommen.

Mitchell ist ein ehrlicher, aufopfernder und überaus sympathischer junger Mann. Nicht wie die meisten Protas ein selbstverliebtes Arsch, sondern das komplette Gegenteil. Für seine Familie und seine Freunde würde er alles tun. Sogar für jemanden, den er überhaupt nicht kennt, begibt er sich in Lebensgefahr. Ich habe ihn von Seite eins an in mein Herz geschlossen.

Thya hingegen ist klug, wunderschön und durch ihre Augenfarbe einzigartig. Ihr einziges Problem ist ihre perfektionsbessene Mutter. Bis sich eines Tages ihre Perfektion in Luft auflöst und ihr Schicksal besiegelt. Ich glaube, ich habe noch nie so oft eine Prota in einem Buch heulen gesehen bzw. gelesen. Gut, was Thya durchmachen muss und erfahren wird, ist alles andere als leicht zu verdauen, aber starke Nerven sind auf jeden Fall was anderes.

Dieses Buch hat mich von Beginn an im Griff gehabt. Obwohl die Nacht immer länger wurde und ich mir schwor bei dem nächsten Kapitel zu pausieren, habe ich mich einfach nicht aus den Fängen befreien können. Es war so spannend, dass mein Puls immer wieder anstieg, meine Augen immer größer wurden und ich mich zum Schluss zwingen musste ins Bett zu gehen. Nichts holt mich mehr aus meinem Alltag wie eine gute Dystopie!

Das Schlusswort der Autorin Stefanie Scheurich fand ich auch recht außergewöhnlich und schön formuliert. Dieses Buch ist anscheinend nicht ihre erste Version und mich würde interessieren wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat. Jetzt ist es schön fließend formuliert und voll mit interessanten Vergleichen. Man flog nur so durch die Zeilen.

Band eins hat mich schon völlig umgehauen und umso aufgeregter bin ich auf Teil zwei. Am liebsten würde ich gleich weiterlesen, leider muss ich mich da noch etwas gedulden. Ich danke der Autorin für ihre schöne Geschichte und freue mich riesig auf die Fortsetzung!

 

Eine so spannende Geschichte, muss einfach gelesen und gewürdigt werden. Aus diesem Grund bekommt "Deceptive City - Aussortiert" die vollen 5 von 5 Sternen!

Please reload

Empfohlen

Nyxa 3 - Die Rache der Nemesis

13.11.2019

1/5
Please reload

Wortwolke
Please reload

Please reload