Alimaja - Die Suche

28.10.2018

In Alimaja herrschen andere Regeln. Gefühle oder Beziehungen zwischen zwei Menschen sind strikt verpönt und untersagt. Anhand ihrer Berufe werden sie in Stufen gesteckt. Doch die Berufseinteilung erfolgt nur durch ein Gespräch, bei dem sich alles entscheidet.

Genau vor dieser Einteilung steht die sechzehnjährige Emily. Bevor ihr ältere Schwester verschwand, glaubte sie an das System, doch nun stellt sie Fragen. Fragen, die sie in große Gefahr bringen. Zusammen mit ihrem besten Freund Nick, begibt sie sich auf die Suche.

Es werden Geheimnisse gelüftet, die alles verändern werden...

 

Seit kurzem ist der erste Band der Alimaja-Trilogie aus der Feder der Autorin Marisa Abiher erschienen. Es handelt sich hierbei um eine 228 seitige Dystopie, also wieder ganz nach meinem Geschmack. Dank Marisa, durfte ich Alimaja mit einer der ersten lesen. Wer mich kennt, weiß, dass ich einer Dystopie einfach nicht widerstehen kann und war froh über ihre Anfrage.

Alimaja ist eine Stadt in der die Menschen in 3 Kategorien eingeteilt werden. Da sind die Supras, die ein schönes Leben führen und viele Privilegien haben. Dann kommen die Modos. Sie sind quasi die Mittelschichtler und haben noch eine Chance auf den Aufstieg zum Supra. Das allerdings wird der Unterschicht den Inferius nicht geboten. Sie müssen hart arbeiten und bekommen nur die kläglichen Reste der anderen.

Am 17. Geburtstag muss jeder zu dem Anführer Malok, um von ihm in einen neuen Beruf erwählt zu werden. Dort entscheidet sich dann die Zukunft der Heranwachsenden.

In Almija herrschen strenge Regeln. Das oberste Verbot ist eine Beziehung zu führen. Es soll vermieden werden, dass die Menschen Liebe entwickeln. So kommt es, dass Frauen gewählt werden, die eine Samenspende erhalten und bis zu zwei Kinder gebären. Niemand kennt seinen Vater.

In dieser Stadt lebt die noch 16-jährige Emily. Sie ist ein Modos und steht kurz vor ihrem Gespräch mit Malok. Obwohl sie ihre Schwester nach dessen Kategorisierung nie wiedergesehen hat, steht sie hinter dem System und verabscheut die Liebesbeziehungen zwischen Menschen.

Nachdem Emily von ihrem Anführer heruntergestuft wurde, beginnt auch sie die Kehrseite der Medaille zu sehen. Immer wieder stellt sie sich Fragen, über die sie sich vorher nie Gedanken gemacht hat. Bis sie irgendwann so tief drin steckt, dass es kein zurück mehr gibt.

Alimaja ist eine typische Dystopie. Die Menschen sollen angeblich alle gleich sein, werden aber immer in ungewollte feste Rollen gesteckt und systematisch kategorisiert. Hier geht es um einen Diktator, der sich als Heiliger und gütiger Retter der Menschheit darstellt. Er alleine hat die Macht über seine Stadt und kostet es in vollen Zügen aus.

Mit "Alimaja - Die Suche" hat sich Marisa den Wunsch von einem Debütroman erfüllt. Dass es ihr erstes Buch ist, erkennt man allerdings an ihrer Schreibweise. Es ist etwas abgehackt und nicht ganz so leicht zu lesen. Außerdem wiederholt sie sich zum Teil. Manche Erklärungen haben nicht unbedingt in diesen Moment gepasst und deswegen hat sie diese zu einer passenderen Szene wiederholt. Dazu kommt, dass sie ein Thema anfängt und es im selben Abschnitt ein neues beginnt, ohne das andere beendet zu haben.

Es klingt jetzt vermutlich schlimmer als es ist. Wenn man anderes gewohnt ist, fällt einem das natürlich eher auf. Es ist jetzt nicht so dramatisch, vor allem weil es ihr erstes Buch ist. Nach der Zeit wird sich das mit Sicherheit legen.

Trotzdem ist ihr Buch auf keinen Fall langweilig. Es sind ein paar kleine Überraschungen eingebaut, die mir sehr gefallen haben. Immer passiert etwas und es entsteht keine Ruhephase. Das Buch wegzulegen braucht man hier nicht.

Gefühlstechnisch war "Alimaja" für mich leider etwas trocken. Die Gefühle kamen einfach nicht bei mir an. Dazu kommt noch, dass mir das alles etwas zu schnell und zu plump ging. Ich hätte mir da ein wenig Intensität gewünscht, so, dass man ihren Gefühlsumschwung besser verstehen und annehmen kann.

Da Band 1 mit einem guten Cliffhanger aufgehört hat, freue ich mich mal wieder trotzdem auf Band 2 und hoffe, dass dieser schon in den Startlöchern steht. Auch wenn ich etwas zwiegespalten bin bei diesem Buch, kann ich euch das Lesen ruhigen Gewissens empfehlen.

 

"Alimaja - Die Suche" bekommt von mir 3 von 5 Sternen! Es ist eine Dystopie, die noch ausgebaut werden kann, aber Potenzial aufweist.

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